Individuelle Förderung

Die erste „Säule“ bildet die Individuelle Förderung, welche sich unsere Schule als wichtige Aufgabe gesetzt hat um die Schüler bei der Aufarbeitung ihrer Defizite zu unterstützen.

Die Zielsetzung unseres Förderkonzeptes ist die Verbesserung der Kenntnisse und Fähigkeiten in den Schulfächern und der Erwerb eines Schulabschlusses um den Schülern damit größere Chancen beim Einstieg in die Berufswelt zu ermöglichen.

 Als Grundsatz gilt dabei, dass in jeder Unterrichtsstunde eine innere Differenzierung stattfinden soll, damit jeder Schüler die Möglichkeit hat, entsprechend seiner Fähigkeiten in seinem eigenen Lerntempo arbeiten zu können.

 Unsere Schule hat im Schuljahr 2008 / 2009 den Antrag an die Schulentwicklungskonferenz des Ministeriums mit dem Modellvorhaben Versetzung auf Probe gestellt. Seitdem gibt es die Möglichkeit Schüler, die die Versetzung in die nächste Klasse aufgrund der Noten nicht geschafft haben, auf Probe in die nächste Klasse zu versetzen. Diese Schüler nehmen dann im folgenden Schuljahr am Unterricht der höheren Klasse teil. Sie werden – besonders im Förderband – gezielt gefördert, damit sie die Defizite schnell aufarbeiten können. Eine Klassenkonferenz entscheidet dann nach etwa 6-8 Wochen über das Bestehen der Probezeit. Für das Bestehen der Probezeit werden nicht nur die erzielten Leistungen in Betracht genommen, vielmehr wird für die Entscheidung die Gesamtentwicklung des Schüler gesehen, die auch verbessertes Arbeitsverhalten, höhere Anwesenheitszeiten etc. beinhaltet.

 In allen Stufen hat unsere Schule ein Förderband eingerichtet, das mit zwei Stunden in der Woche fest im Stundenplan verankert ist. Das Förderband dient dazu bestehende Defizite bei Schülern gezielt aufzuarbeiten. Das Förderband läuft in den Stufen parallel und ist mit mindestens doppelt so vielen Lehrkräften besetzt, wie es je Stufe Klassen gibt. Im Förderband sind immer die Klassenlehrer miteingebunden, es werden dort ausschließlich Fachkräfte eingesetzt um die Qualität der individuellen Förderung zu gewährleisten. Die klassenübergreifend zusammengesetzten Fördergruppen berücksichtigen die bestehenden Defizite der Schüler um diese gezielt aufzuarbeiten.

Generell ist das Förderband so angelegt, dass in den Stufen 5 bis 7 ausschließlich Angebote zur Aufarbeitung von fachlichen Defiziten und in den Stufen 8 bis 10 außerdem auch kompetenzorientierte Angebote mit Blick auf die Berufswahlorientierung eingerichtet werden.

Der Förderbedarf in der Stufe 5 wird durch Schuleingangstests in Deutsch und Mathematik festgestellt, die in der ersten Schulwoche geschrieben und zentral von der beauftragten Lehrerin für Individuelle Förderung ausgewertet werden. Die Tests und Gespräche mit den Klassen- bzw. Fachlehrern bilden die Grundlage für die Einteilung der Fördergruppen. In Deutsch wird zur Diagnose der Duisburger Sprachstandstest und in Mathematik eine selbst entwickelte Arbeit eingesetzt.

In den anderen Stufen dienen die Vergleichsarbeiten, die am Ende des Schuljahres geschrieben werden, als Diagnoseinstrument. Damit kann die Gruppeneinteilung und die personelle Besetzung für die entsprechenden Förderbänder schon vor dem folgenden Schuljahr bei der Stundenplangestaltung berücksichtigt werden.

In den Stufen 5 und 7 wird zudem mit allen Schülern dieser Stufen eine Online-Diagnostik in Deutsch, Mathematik und Englisch durchgeführt. Das daraus resultierende, individuell für jeden Schüler zusammengestellte Material, wird dann spätestens im folgenden Schuljahr von den Schülern bearbeitet.

Ab Stufe 8 spielen bei der Einrichtung des Förderbandes auch die Ergebnisse des Potentialchecks eine große Rolle. Im Potentialcheck werden Defizite in Kompetenzbereichen beschrieben, die für ein angestrebtes Berufsziel der Schüler wichtig sind. Die Schule richtet dann entsprechende Angebote und Maßnahmen zur Verringerung der Defizite im Förderband ein.

Zur Kontrolle der Effektivität der Maßnahmen im Förderband dienen wiederum die Vergleichsarbeiten am Ende des Schuljahres. Die Vergleichsarbeiten beinhalten immer einen Wiederholungsanteil, der entsprechende Erfolge der Fördermaßnahmen aufzeigen kann.

 Die wahrgenommenen Fördermaßnahmen über die gesamte Schulzeit werden in der Schülerberatungsmappe dokumentiert. Die Schülerberatungsmappe wurde mithilfe der Innovationsfördergelder, die unsere Schule als Landessiegerschule 2011 des Wettbewerbs „Starke Schule. Deutschlands beste Schulen, die zur Ausbildungsreife führen“, erhalten haben, im Schuljahr 2011 / 2012 eingeführt. In diese Mappe werden neben den wahrgenommenen Fördermaßnahmen auch die Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten, die schulischen Aktivitäten inklusive der Aktivitäten zur Berufswahlorientierung sowie die Beratungen eingetragen. Diese Dokumentation erlaubt es die Schullaufbahn eines jeden Schülers festzuhalten und damit verbundene Entwicklungen des Kindes im Laufe der Schulzeit aufzuzeigen. Auf diese Weise kann man einen schnellen Überblick über die Schullaufbahn eines einzelnen Schülers gewinnen. Damit wird die individuelle Beratung von Schülern durch die Lehrerinnen und Lehrer, Berufswahlkoordinatoren, Schulsozialarbeiter, Berufsberater etc. professionalisiert.

Diese Mappe wird von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern geführt und regelmäßig aktualisiert. Die Mappen liegen klassenweise im Berufsorientierungsbüro vor.

Die Ergänzungsstunden, die seit dem Schuljahr 2005 / 2006 auf der Stundentafel der Schulen in NRW ausgewiesen sind, dienen an unserer Schule der Vertiefung in den Hauptfächern. Organisatorisch sind die Ergänzungsstunden nach Möglichkeit als Randstunden eingerichtet, sodass auch mit Teilgruppen gearbeitet werden kann. Sie dienen in erster Linie der Vertiefung von Inhalten.

Die Auffangklasse ist eine jahrgangsübergreifende Förderklasse für Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse. Im Zentrum des Unterrichts steht ein systematischer Spracherwerb in Deutsch. Daneben wird ein großer Wert auf ein sozial-integratives Klassenklima gelegt. Die Klasse wird von einem Klassenleiter geleitet, der die entsprechende Qualifikation mitbringt, sodass eine möglichst individuelle und differenzierte Förderung gewährleistet ist. Der Klassenlehrer ist gleichzeitig Beauftragter der Sprachförderung an unserer Schule.

Die Schüler der Auffangklasse sind Patenklassen zugewiesen, damit sie später nach Verlassen der Auffangklasse – in der Regel nach 12 Monaten – in ein bekanntes soziales Umfeld wechseln.

 

Die Sprachbeauftragten der Schule entwickeln zurzeit ein ganzheitliches Konzept zur  Sprachförderung, das auf Basis der DemeK-Konzeption der Bezirksregierung erstellt werden soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.